Concept Explanation · Inflation

EU-Inflation nach Land: 2014–2026

Live-Diagramm und Länderaufschlüsselung der harmonisierten Eurozonen-Inflation seit 2014, wöchentlich aus Eurostat HICP aktualisiert.

Warum die Inflation in jedem EU-Land anders aussieht

Inflation ist selten eine einzige Zahl. Die Schlagzeile „Euro-Inflation erreichte im Oktober 2022 mit 10,6 % ihren Höhepunkt" verbirgt enorme Unterschiede: Spanien überschritt 10 % ein halbes Jahr früher, Frankreich kratzte kaum an 7 %, die baltischen Staaten lagen über 20 %. Wie ein Haushalt die Inflation erlebt, hängt davon ab, welche Preise im eigenen Land gestiegen sind — und ob die Löhne nachgezogen haben.

Die folgende Grafik zeigt den HICP-Jahresvergleich — den harmonisierten europäischen Inflationsindex — für die Eurozone und sieben ihrer größeren Mitgliedstaaten, wöchentlich aus Eurostat aktualisiert.

EU inflation by country — live data

Stand April 2026
Land Zum Vorjahr (aktuell) 5 Jahre kumuliert 10 Jahre kumuliert
Euro area (20 countries) (EA20) 3% 24% 32%
Germany (DE) 3% 25% 36%
France (FR) 2% 19% 27%
Spain (ES) 4% 23% 31%
Italy (IT) 3% 22% 28%
Netherlands (NL) 2% 29% 40%
Poland (PL) 3% 40% 59%
Portugal (PT) 3% 24% 28%

Quelle: Eurostat HVPI (prc_hicp_midx, COICOP CP00, Monatsindex 2015=100). Letzte Aktualisierung: 2026-05-25 06:30 UTC.

So lesen Sie die Grafik

Jede Linie zeigt die prozentuale Veränderung des HICP eines Landes (Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Basis 2015 = 100) gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Ein Wert von 5 bedeutet, dass Güter und Dienstleistungen, die vor einem Jahr 100 € kosteten, heute typischerweise 105 € kosten.

Die Tabelle unter der Grafik zeigt drei Zahlen pro Land:

  • Jahresvergleich (aktuell) — wie stark die Preise in den letzten zwölf Monaten gestiegen sind.
  • 5-Jahres-Kumulativ — wie stark die Preise seit fünf Jahren gestiegen sind. Das ist die relevante Zahl für Sparer.
  • 10-Jahres-Kumulativ — der lange Bogen. Nützlich für langfristige Ziele wie Hypothekentilgung oder Altersvorsorge.

Was 2021–2023 geschah

Drei Kräfte trafen zusammen: Post-Pandemie-Nachfrage stieg sprunghaft, während Lieferketten noch verwirrt waren; Russlands Einmarsch in die Ukraine ließ Energie- und Lebensmittelpreise explodieren; die EZB-Zinsen lagen bei null. Am stärksten betroffen waren Länder mit hoher Energieimportabhängigkeit (Deutschland, Niederlande) und hoher Lebensmittel-Importquote (Südeuropa).

Was 2024–2026 passiert

Die Schlagzeilenraten sind deutlich gefallen — aber zwei Fakten verdienen Beachtung. Erstens: Die kumulative Preissteigerung verschwindet nicht. Ein 20 %-Anstieg bleibt im Preisniveau; nur die Rate der Erhöhung ist wieder normal. Zweitens: Die Dienstleistungsinflation bleibt in den meisten Ländern hartnäckig.

Was es für Ihr Geld bedeutet

  • Bargeld muss arbeiten. Lange Hochinflationsphasen machen die Opportunitätskosten eines leerstehenden Girokontos schmerzhaft sichtbar.
  • Variabler Kredit wurde teurer, dann wieder günstiger. Hypotheken an Euribor stiegen, dann plateau. Ein 2020–2021 fixierter Festzins ist heute ein wertvolles Asset.
  • Lohnindexierung zählt mehr als gedacht. Belgien und Luxemburg passen öffentliche Verträge automatisch an. Private Verträge selten.

Datenquelle

Eurostat veröffentlicht HICP monatlich unter dem Datensatz prc_hicp_midx. Wir holen den COICOP-CP00-Index („Alle Posten") in Niveauform und berechnen Jahres- und Kumulativveränderungen aus dieser Serie. Dieselben Daten speisen unseren EU-Inflations-Vergleicher-Rechner.

Häufige Fragen

Welches EU-Land hatte den schlimmsten Inflationsgipfel?
Außerhalb der Eurozone überschritten die baltischen Staaten 2022 die 20 %. Innerhalb des Euro lagen Niederlande und Deutschland Ende 2022 bei über 11 %, während Spanien bereits im Juli 2022 mit ~10 % seinen Höhepunkt erreichte und am schnellsten fiel.
Warum unterscheidet sich der nationale VPI meines Landes vom hier gezeigten HICP?
HICP ist die EU-harmonisierte Serie der EZB und für Ländervergleiche konzipiert. Nationale Statistikämter verwenden teils andere Warenkörbe oder Gewichtungen, was zu leicht abweichenden Werten führen kann.
Aktualisieren sich die Daten automatisch?
Ja. Wir ziehen Eurostat HICP wöchentlich. Eurostat veröffentlicht selbst eine Schnellschätzung um den Monatsende und eine Endzahl rund 10 Tage später.
Wie nutze ich diese Zahlen für meine eigene Finanzplanung?
Die 5-Jahres-Kumulativzahl ist für die persönliche Planung am nützlichsten — sie zeigt den realen Wertverlust von Barvermögen. Für Projektionen nutzen Sie unseren EU-Inflations-Vergleicher-Rechner.

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