Warum die große Schlagzeilen-Zahl Ihnen nicht hilft
Jedes Jahr beziffert eine Studie, was ein Kind bis achtzehn kostet. Die Zahl schafft Schlagzeilen und hilft niemandem: Sie mittelt über Länder mit völlig unterschiedlichen Betreuungssystemen, über Einkommensklassen, über Eltern, die in eine größere Wohnung gezogen sind, und solche, die es nicht taten. Und sie kommt als eine riesige Summe — die unbrauchbarste Form für eine Entscheidung, die Sie Monat für Monat treffen.
Zerlegen Sie sie stattdessen in drei Schichten. Sie verhalten sich unterschiedlich, treffen zu unterschiedlichen Zeiten ein, und nur eine dominiert die Rechnung.
Schicht 1: die Anschaffung
Alles, was Sie einmal kaufen. Bett, Kinderwagen, Autositz, Möbel, die erste Garderobe, vielleicht ein größeres Auto oder die Kaution für eine größere Wohnung.
Das ist real, kommt schnell und ist die Schicht, für die Menschen planen — genau deshalb richtet sie selten den Schaden an. Sie ist auch am stärksten komprimierbar: Der Gebrauchtmarkt für Babyausstattung ist riesig, und fast nichts davon wird lange genug benutzt, um zu verschleißen. Behandeln Sie diese Schicht als einmaliges Sparziel mit einer Frist, die Sie bereits kennen.
Schicht 2: die laufenden Monatskosten
Essen, Kleidung, Windeln, Gesundheit, Aktivitäten und — meist der größte einzelne Posten — Betreuung. Diese Schicht schwankt enorm von Land zu Land, denn Betreuungszuschüsse, Elterngeld und Schulkosten sind nationale Politik. Es gibt hier keine universelle Zahl, und jeder Artikel, der Ihnen eine nennt, rät.
Was Sie tun können: Ihre eigene schätzen. Finden Sie heraus, was Betreuung dort kostet, wo Sie leben, addieren Sie die laufenden Posten, die Sie benennen können, und behandeln Sie die Summe als neue Fixkosten im Haushaltsbudget.
Angenommen, Ihre gemeinsamen Kosten liegen bei 1.900 € im Monat und das Kind bringt 600 € dazu. Die gemeinsamen Kosten steigen auf 2.500 € — ein Plus von 32 % bei den festen Verpflichtungen des Haushalts, dauerhaft über Jahre.
Schicht 3: die Schicht, die wirklich dominiert
Der Einkommensausfall. Ein Elternteil reduziert Stunden, nimmt Elternzeit oder tritt von einem Karrierepfad zurück. Das ist fast immer größer als Schicht 2 und die Schicht, für die Paare zu wenig planen — denn die sichtbaren Kosten sind nicht die schmerzhaften.
Nehmen wir Einkommen von 3.200 € und 2.400 € bei 1.900 € gemeinsamen Kosten. Proportional geteilt zahlt jede Person rund 34 % ihres Verdienstes: 1.086 € und 814 €.
Kommen die 600 € des Kindes dazu, wird aus derselben proportionalen Teilung 1.429 € und 1.071 €: Beide wenden nun 45 % ihres Einkommens für den Haushalt auf. Unangenehm, aber machbar.
Und jetzt nimmt die zweite Person längere Elternzeit und fällt auf 600 € Elterngeld. Das gemeinsame Einkommen sinkt auf 3.800 €, während die gemeinsamen Kosten bei 2.500 € bleiben. Die proportionale Teilung verschlingt jetzt 66 % des Einkommens jeder Person. An den Kosten des Kindes hat sich zwischen beiden Szenarien nichts geändert — nur am Einkommen, und das hat den Haushalt doppelt so weit bewegt.
Was das für die Planung heißt
- Planen Sie zuerst die Einkommensschicht. Wie lange fällt wer aus, und mit welchem Ersatzeinkommen? Diese Antwort bestimmt alles andere.
- Erhöhen Sie das Notgroschen-Ziel vor der Auszeit, nicht währenddessen. Ein Haushalt, der auf ein Einkommen fällt, braucht einen größeren Puffer genau dann, wenn er nicht mehr sparen kann. Sechs Monatskosten, nicht vier.
- Vereinbaren Sie die Aufteilung neu. Eine proportionale Teilung, neu gerechnet auf Elterngeld, ist kein Gefallen — es ist dieselbe Regel auf neue Werte angewandt.
- Schicht 1 komprimieren, Schicht 2 budgetieren, Schicht 3 absichern. Gebrauchtes für die Anschaffung, eine feste Zeile im Budget für die laufenden Kosten, Ersparnisse und vorhandene Absicherung für die dritte.
Rechnen Sie mit Ihren Zahlen
Der Paar-Budgetplaner hat ein Feld für zusätzlichen gemeinsamen Druck — tragen Sie dort die geschätzten monatlichen Kinderkosten ein, und er zeigt, wie sich die Aufteilung verändert und was jeder Person bleibt. Rechnen Sie zweimal: einmal mit den heutigen Einkommen, einmal mit dem Auszeit-Szenario.
Zuerst die Pufferfrage
Vor alledem muss der Haushaltspuffer für eine Phase mit einem Einkommen bemessen sein — ein Notgroschen oder zwei zeigt, was sich ändert. Und falls Sie das größere Gespräch noch nicht geführt haben: Die 12 Fragen für Paare liefern die Werte dafür.