Die Frage lautet nicht „können wir von einem Einkommen leben“
Paare stellen es meist so: Kämen wir mit dem größeren Gehalt allein aus? Die Frage ist beantwortbar, aber unvollständig — sie ignoriert, was das zweite Einkommen im Verdienen kostet, wogegen es schützt und was sein Wegfall mit den Jahren nach der Entscheidung macht.
Drei getrennte Rechnungen, und die meisten Paare machen nur die erste.
Was ein zweites Einkommen tatsächlich beiträgt
Ein zweites Einkommen kommt nicht vollständig an. Ein Teil davon existiert nur, um sich selbst zu ermöglichen: Betreuung während der Arbeitszeit, Pendeln, ein zweites Auto, Arbeitskleidung, Fertigessen, weil niemand Zeit zum Kochen hat. Diese Kosten tauchen im Haushaltsbudget als gewöhnliche gemeinsame Ausgaben auf — genau deshalb werden sie nie von dem Gehalt abgezogen, das sie verursacht.
Um ein zweites Einkommen ehrlich zu bemessen, vergleichen Sie das verfügbare Geld des Haushalts in beiden Szenarien — was nach den gemeinsamen Kosten übrig bleibt —, nicht die Gehälter.
Die 1.900 €, die 1.200 € bringen
Nehmen wir einen Haushalt mit Einkommen von 3.200 € und 1.900 € und 2.600 € gemeinsamen Monatskosten, davon 700 € Betreuung, die nur nötig ist, weil beide arbeiten. Gemeinsames Einkommen 5.100 €, gemeinsame Kosten 2.600 €, dem Haushalt bleiben 2.500 €.
Nun fällt das zweite Einkommen weg. Das Haushaltseinkommen sinkt auf 3.200 € — aber die gemeinsamen Kosten sinken ebenfalls, auf 1.900 €, weil die Betreuungszeile mit dem Job verschwindet. Dem Haushalt bleiben 1.300 €.
Auf der Abrechnung steht das zweite Gehalt mit 1.900 €. Sein tatsächlicher Beitrag zum Haushalt beträgt 1.200 €. Mit Pendeln, zweitem Auto oder arbeitsbedingtem Konsum wächst die Lücke weiter; in Haushalten mit mehr als einem Kind in bezahlter Betreuung kann der Nettobeitrag gegen null gehen.
Das ist kein Argument für die eine oder andere Wahl. Es ist ein Argument dafür, die Subtraktion vor der Diskussion zu machen.
Wo die Rechnung in die andere Richtung kippt
Zwei Dinge drücken kräftig dagegen, und beide sind in der Monatszahl unsichtbar.
Risiko. Ein Einkommen ist ein einzelner Ausfallpunkt. Fällt es weg, kommt nichts mehr — es gibt keinen zweiten Motor. Deshalb braucht ein Ein-Einkommen-Haushalt einen größeren Notgroschen, obwohl er weniger ausgibt. Mit den Zahlen von oben: Der Zwei-Einkommen-Haushalt zielt auf vier Monate seiner 2.600 € Kosten, also 10.400 €. Der Ein-Einkommen-Haushalt zielt auf sechs Monate seiner niedrigeren 1.900 € — 11.400 €. Günstigerer Haushalt, größerer Puffer.
Zeit. Erwerbslücken verzinsen sich negativ. In den meisten Systemen entsteht der Rentenanspruch aus Beiträgen, die an das Erwerbseinkommen gekoppelt sind — eine Pause senkt also auch die spätere Rente, nicht nur das heutige Gehalt. Der Wiedereinstieg erfolgt meist auf niedrigerem Niveau, und die Einkommenskurve bleibt danach jahrelang flacher. Der Monatsvergleich oben ist eine Momentaufnahme; die Entscheidung läuft über Jahrzehnte.
Die Optionen, die übersprungen werden
Die Debatte wird meist als Vollzeit oder gar nicht geführt, und die nützlichen Antworten liegen dazwischen.
- Teilzeit. Erhält oft den Großteil des Nettobeitrags, weil die Betreuungsstunden schneller fallen als das Gehalt.
- Versetzte Arbeitszeiten. Zwei Elternteile mit verschobenen Schichten können bezahlte Betreuungsstunden deutlich senken, ohne dass jemand aussteigt.
- Eine befristete Pause. Eine Auszeit mit geplantem Enddatum und einem vereinbarten Plan, Fähigkeiten und Kontakte zu halten, ist finanziell etwas ganz anderes als eine offene.
Als Haushalt entscheiden, nicht als Gefallen
Tritt eine Person zurück, gewinnt der Haushalt ihre unbezahlte Arbeit und verliert ihr Erwerbseinkommen und künftige Ansprüche. Die faire Antwort: die Aufteilung auf die neuen Einkommen neu berechnen und die Altersvorsorge der nicht erwerbstätigen Person als gemeinsame Haushaltskosten behandeln, nicht als Geschenk. Beides sind gewöhnliche Budgetentscheidungen, sobald man sie ausspricht.
Rechnen Sie beide Szenarien
Geben Sie jedes Szenario in den Paar-Budgetplaner ein — zwei Einkommen mit Betreuung in den gemeinsamen Kosten, dann ein Einkommen ohne. Der Unterschied im verbleibenden Geld ist die echte Zahl. Bemessen Sie danach den Puffer für das riskantere Szenario mit dem Notgroschen-Rechner.
Die verwandten Entscheidungen
Die Kinderkostenseite behandelt was ein Kind wirklich kostet, die Pufferfrage ein Notgroschen oder zwei.