Effektiver jahreszins vs sollzins: der Vergleich mit Zahlen
Effektiver Jahreszins vs. Sollzins: Lesen Sie, welche Kennzahl Angebote vergleicht, welche die Rate berechnet und welche Kosten fehlen können. Prüfen Sie
Lesen Sie den passenden Schuldenratgeber.
Effektiver Jahreszins und Sollzins beantworten verschiedene Fragen
Der Sollzins berechnet Zinsen auf die Restschuld. Der effektive Jahreszins bündelt nach gesetzlichen Regeln Sollzins und bestimmte Pflichtkosten zu einer jährlichen Vergleichsgröße. Er ist kein alternativer Sollzins für einen Ratenrechner.
Ein Beispiel
Bei 10.000 € über drei Jahre kostet Angebot A mit 6 % ohne Gebühr etwa 304,22 € monatlich und 951,92 € Zinsen. Angebot B nennt 5,5 %, verlangt aber 300 € Pflichtgebühr. Seine reine Kreditrate ist etwa 301,96 €, trotzdem kann es insgesamt teurer sein. Die Gebühr lässt sich nicht einfach auf den Prozentsatz addieren; Zeitpunkt und Zahlungsströme bestimmen den Effektivzins.
Richtig vergleichen
Vergleichen Sie Effektivzinsen nur bei gleichem Betrag, gleicher Laufzeit und Zahlungsweise. Für den Tilgungsplan nutzen Sie Restschuld, vertraglichen Sollzins und Laufzeit. Prüfen Sie außerdem Gesamtbetrag und Pflichtkosten im Standardinformationsblatt. Variable Zinsen, optionale Leistungen und Verzugsfolgen brauchen eine eigene Prüfung. In den Rechner gehört der Sollzins, nicht der Effektivzins.
Angebot systematisch prüfen
Notieren Sie ausgezahlten Nettobetrag, jede verpflichtende Anfangs- und Monatsgebühr, Anzahl und Höhe der Raten sowie den Gesamtbetrag. Fragen Sie, ob Konto, Versicherung, Bewertung oder Vermittlung Voraussetzung für den angebotenen Zins sind und ob sie im Effektivzins stecken. Lassen Sie zwei Angebote auf denselben Betrag und dieselbe Laufzeit stellen; sonst kann selbst die korrekte Kennzahl den falschen Vergleich liefern.
Klären Sie außerdem, ob der Sollzins durchgehend fest ist oder nach einer Startphase wechselt. Rechnen Sie bei variabler Verzinsung eine höhere Rate durch. Effektivzins ist eine standardisierte Momentaufnahme und keine Garantie künftiger Zahlungen. Für den Monatsplan bleibt der vertragliche Sollzins maßgeblich. Lesen Sie Folgen von Verzug und vorzeitiger Rückzahlung getrennt, denn sie sind nicht automatisch vollständig in der ursprünglichen Kennzahl enthalten. Archivieren Sie das datierte Standardinformationsblatt statt sich auf eine Werbeaussage zu verlassen.
Persönliches Arbeitsblatt
Tragen Sie Nettobetrag, Sollzins, Effektivzins, Pflichtgebühren und Ratenzahl aus einem datierten Dokument ein. Schreiben Sie daneben Gesamtbetrag und monatliche Rate, nicht nur eine Prozentzahl. Prüfen Sie anschließend einen variablen Zins und ausgeschlossene Kosten und rechnen Sie eine ungünstigere Variante. Die Entscheidung gilt erst, wenn Grundkosten und Notreserve daneben bestehen können. Vereinbaren Sie als nächste Handlung zwei Standardinformationen mit identischer Laufzeit vergleichen. Legen Sie Ergebnis, Annahmen und Vertragsquelle zusammen ab und setzen Sie einen neuen Prüftermin nach der nächsten Abrechnung. So bleibt die Aussage nachvollziehbar, wenn sich Zinssatz, Einkommen oder Laufzeit ändern, und eine Modellrechnung wird nicht mit einem verbindlichen Angebot verwechselt.